Mittwoch, 16. Mai 2018 | 17:30

Fröhliche, tanzbare Lieder schaffen es am häufigsten in die Charts

Mathematiker haben das Erfolgsgeheimnis von Popsongs entschlüsselt: Fröhliche, tanzbare und von Frauen gesungene Musiktitel schaffen es öfter in die Charts als traurige Lieder von männlichen Interpreten.

Mathematiker haben das Erfolgsgeheimnis von Popsongs entschlüsselt: Fröhliche, tanzbare und von Frauen gesungene Musiktitel schaffen es öfter in die Charts als traurige Lieder von männlichen Interpreten.

Das fanden Forscher von der Universität von Kalifornien in der US-Westküstenstadt Irvine in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie heraus, für die sie hunderttausende Lieder auswerteten. Der allgemeine musikalische Trend geht demnach aber in die entgegengesetzte Richtung: Veröffentlicht werden immer mehr traurige Songs.

"Uns ist gelungen, den Erfolg von Songs anhand ihrer musikalischen Eigenschaften vorherzusagen", sagte die Co-Autorin der Studie, Natalia Komarova. Ihr Mathematiker-Team analysierte mehr als 500'000 Lieder, die zwischen 1985 und 2015 in Grossbritannien veröffentlicht wurden. Songs wurden als erfolgreich eingestuft, wenn sie es in die Top 100 der Charts schafften - das sind durchschnittlich vier Prozent der Neuveröffentlichungen eines Jahres.

Ausgewertet wurden nur die Klangmerkmale der Lieder, nicht die Texte. "Ein erfolgreicher Song ist in der Regel fröhlicher und tanzbarer als der Durchschnitt", erklärte Komarova. Charthits seien insgesamt "viel" fröhlicher als weniger erfolgreiche Songs, schrieben die Forscher im britischen Fachmagazin "Royal Society Open Science". Und tatsächlich treffen diese Merkmale auch auf den diesjährigen Gewinner-Song beim Eurovision Song Contest zu, den Song "Toy" der israelischen Starterin Netta Barzilai.

Beliebter werden der Studie zufolge auch Lieder, die von den Forschern als "locker" und "tanzbar" beschrieben werden. Ein Grund dafür könnte der Siegeszug elektronischer Musik sein - und der Rückgang von Rock und Heavy Metal. Trotzdem werden jedes Jahr "mehr und mehr traurige Songs veröffentlicht", wie die Forscher erklärten.

Männer auf dem absteigenden Ast

Männliche Künstler waren in den vergangenen Jahren immer weniger erfolgreich: "In den letzten Jahren werden erfolgreiche Songs öfter von Frauen gesungen", erklärten die Forscher. Dies sei mit Blick auf die aktuelle Debatte über die Ungleichbehandlung von Frauen in der Musikindustrie, sexistische Vorurteile und die Sexualisierung weiblicher Sängerinnen "besonders interessant".

Klassik- und Jazz-Songs haben den Forschern zufolge keine grossen Chancen, zu Charthits zu werden. Die erfolgreichsten Musikrichtungen waren demnach Dance- und Popmusik. Als Beispiele für fröhliche und erfolgreiche Songs nannten die Forscher Lieder aus dem Jahr 1985: "Live is Life" von der österreichischen Band Opus, "Freedom" vom britischen Pop-Duo Wham! und "Glory Days" von US-Rocker Bruce Springsteen.

Songschreiber könnten sich zwar "in gewisser Hinsicht" an den Erkenntnissen orientieren, sagte Komarova. Ein "grosser Bestandteil von Erfolg" lasse sich aber nicht mathematisch beziffern: "Sonst könnte ja jeder einen Charthit schreiben."


Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

"Spuren" von Roman Signer im Kunstmuseum St. Gallen

Roman Signer ist mit 80 Jahren noch immer aktiv und voller Ideen: Für die Installation "Blaues Fass: Schneise im Feld" im Kunstmuseum St. Gallen legte der Künstler kräftig Hand an. Das Werk ist Teil der Ausstellung "Spuren".

Kein Ruhestand für das "Denver-Biest" - Joan Collins wird 85

Als "Denver-Biest" Alexis Carrington wurde Joan Collins weltberühmt. Das ist Jahrzehnte her, doch mit 85 Jahren hat die Schauspielerin kaum an Biss verloren. Ab September wird die "wahre Hollywood-Legende" in einer Show aus dem Nähkästchen plaudern.

US-Schriftsteller Philip Roth ist tot

Der US-Schriftsteller Philip Roth ist nach Medienberichten im Alter von 85 Jahren gestorben. Eine enge Freundin des preisgekrönten Autors und sein literarischer Agent bestätigten den Tod des vielfach ausgezeichneten Schriftstellers.

"Deadpool 2" in allen Landesteilen über Pfingsten am beliebtesten

"Deadpool 2" hat sich am Pfingstwochenende an die Spitze der Schweizer Kinocharts gesetzt - in allen Landesteilen und überdeutlich. Für das Sequel über einen schusseligen Antihelden wurden vier bis fünf Mal so viele Tickets abgesetzt wie für die nachfolgenden Filme.

Andy Serkis zeigt düstere Szenen im ersten "Mowgli"-Trailer

"Planet of the Apes"-Star Andy Serkis gibt Einblick in seine düstere "Mowgli"-Welt. Fünf Monate vor dem geplanten Kinostart seiner Dschungelbuch-Verfilmung hat der britische Schauspieler und Regisseur am Montag den ersten Trailer veröffentlicht.

"LOVE": US-Künstler Robert Indiana gestorben

Der US-Künstler Robert Indiana, der mit seinen "LOVE"-Skulpturen weltbekannt geworden war, ist tot. Indiana sei im Alter von 89 Jahren in seinem Haus im US-Bundesstaat Maine gestorben, berichtete die "New York Times" am Montag unter Berufung auf seinen Anwalt.